Schweizerische Studienstiftung

Newsletter 3/2006 (Nov. 2006)

Wünschen Sie die französische Version? (www.studienstiftung.ch/f/index.cfm?ID=286)
Liebe Leserinnen und Leser

Wieder gibt es viel Erfreuliches aus der Schweizerischen Studienstiftung zu berichten. Die zahlreichen Veranstaltungen unseres Bildungsprogramms waren ein Erfolg und fanden grossen Anklang bei Stiftlerinnen und Stiftlern. In diesem Newsletter finden Sie von Teilnehmenden verfasste Erfahrungsberichte aus unseren Sommerakademien und aus der Academia Engelberg.

Erfolgreich verlief auch die Karriere von Patrick Guidotti, Studienstiftler der ersten Stunde. Mit einem Interview, in dem er zu seinem Werdegang und seinen Erfahrungen mit der Studienstiftung Auskunft gibt, starten wir hier die Reihe "Success Stories". In dieser werden wir aus dem Leben unserer Alumni berichten.

Seit der Aufnahme Patrick Guidottis in die Studienstiftung 1992 ist unsere Stiftung kräftig gewachsen und die Zahl der neu in unser Förderprogramm aufgenommenen Studierenden wächst weiterhin stetig an. Auch 2006 erhielten wir zahlreiche Bewerbungen, sämtliche Aufnahmeseminare dieses Jahres sind ausgebucht. Wir berichten hier vom "Kick off-Seminar", welches wir am 30. Oktober erstmals zur Orientierung der bisher 2006 aufgenommenen 50 Neumitglieder hielten.

Neuerungen wird es ab Ende Jahr auch bei unserem Betreuungssystem geben, mehr darüber erfahren Sie im untenstehenden Bericht.

Schliesslich freut es uns, Ihnen mitzuteilen, dass die Sophie und Karl Binding Stiftung die Finanzierung eines gemeinsamen Projektes zur Förderung des gesellschaftlichen und staatspolitischen Zusammenhalts zwischen den vier Kultur- und Sprachregionen unseres Landes beschlossen hat. Mit diesem Kohäsionsprojekt werden wir unseren Studierenden Stipendien zur Förderung der sprachgrenzenüberschreitenden Studienwahl sowie eine als eine "intellektuelle Reise durch die Schweiz" konzipierte Sommerakademie anbieten.

Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre.

PD Dr. Cla Reto Famos und Nicole Schwyzer

Success Stories:

Patrick Guidotti - vom Studienstiftler zum Mathematikprofessor

Was wurde eigentlich aus dieser Stiftlerin oder jenem Stiftler nach ihrer Zeit bei der Schweizerischen Studienstiftung? Diese Frage stellen wir uns immer wieder und freuen uns, wenn wir von unseren Ehemaligen spannende und erfreuliche Lebensgeschichten vernehmen. Mit der Reihe "Success Stories" möchten wir Sie an diesen Geschichten teilhaben lassen. In jedem Newsletter befragen wir eine Stiftlerin oder einen Stiftler zu ihrem/seinem Werdegang und zu ihren/seinen Erfahrungen mit der Schweizerischen Studienstiftung. Den Anfang macht der Mathematiker Patrick Guidotti.


Der Tessiner Patrick Guidotti war ein Studienstiftler der ersten Stunde. 1992 nahm er an der ersten Sommerakademie der Schweizerischen Studienstiftung teil. Heute ist er Assistenzprofessor an der University of California at Irvine und leitete diesen Sommer gemeinsam mit dem amerikanischen Historiker Mark LeVine sie Sommerakademie "Oil and Blood" der Schweizerischen Studienstiftung. Wie hat er die Studienstiftung während seiner Mitgliedschaft erlebt und wie erlebt er sie heute? Wie ist sein Lebensweg verlaufen und was ist das Rezept für seinen heutigen Erfolg? Diese und weitere Fragen beantwortet er in unserem Interview: www.studienstiftung.ch/d/data/261/Success_Guidotti_061106_d.pdf


Veranstaltungen

Studienstiftlerinnen und Studienstiftler konnten auch 2006 wieder von einem reichen Bildungsangebot der Studienstiftung profitieren. Nebst einer Übersicht finden Sie hier Berichte von unseren Studierenden zu ausgewählten Veranstaltungen.

Übersicht Veranstaltungen bisher:
2006 wurde eine breite Veranstaltungspalette von der Schweizerischen Studienstiftung angeboten. 17 Veranstaltungen standen bisher zur Auswahl, von der Abendveranstaltung über ein- bis dreitägige Wochenendseminare bis zur einwöchigen Sommerakademie. Eine vollständige Übersicht finden Sie hier: www.studienstiftung.ch/d/index.cfm?ID=14

Weitere Veranstaltungen bis Ende 2006:
Sieben weitere Veranstaltungen sind bis Ende Jahr geplant: Die Wochenendseminare Intellectual Tools (IT) zum Thema Recht und Politik, Ethik, Wirtschaft verstehen und Verhandlungsskills für die Praxis, der von Stiftlern selbst organisierte Interdisziplinäre Studientag, eine Abendveranstaltung zur Zukunft der Altersvorsorge in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse sowie ein Abend zum Sinn und Zweck staatlicher Entwicklungshilfe mit dem Leiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Sommerakademien:
Unsere vier Sommerakademien fanden grossen Anklang. Sie waren allesamt gut besucht, zum Teil überstieg die Anzahl an Interessentinnen und Interessenten die Anzahl der verfügbaren Plätze sogar bei weitem. Auch in ihrem Feedback zu den Akademien äusserten sich die Studierenden fast durchwegs positiv bis begeistert.

In der Akademie "Oil and Blood: The Fight for the Control of Oil Resources" vom 8. bis 15. Juli 2006 in Engelberg behandelten die 17 Teilnehmenden unter der Leitung des Mathematikprofessors Patrick Guidotti (Alumnus der Studienstiftung) und des amerikanischen Historikers Mark LeVine Fallstudien, um aktuelle Ereignisse im Zusammenhang mit einem "Krieg um die Weltressourcen" aus politischer, ökonomischer, historischer und naturwissenschaftlicher Sicht zu beleuchten und zu eruieren, inwiefern diese mit der Energiepolitik der beteiligten Akteure zusammenhängen. Martin Geiger, Gast aus der Deutschen Studienstiftung, fasste in einem Bericht seine Erkenntnisse aus dieser Sommerakademie zusammen:
www.studienstiftung.ch/d/data/262/SA_OIL_and_BLOOD_Geiger.pdf
Fotos der Akademie sowie weitere Informationen zur Sommerakademie in Engelberg finden Sie auf der Website des Akademieleiters Patrick Guidotti:
www.math.uci.edu/~gpatrick/engelberg

Die Sommerakademie "EU-Mitgliedschaft hier – Bilateraler Weg dort. Neue EU-Mitgliedstaaten im Baltikum und die Schweiz." führte vom 21. bis 30. Juli 2006 20 Studienstiftlerinnen und Studienstiftler nach Vilnius (Litauen), Riga und Ostlettland. Dort erkundeten sie, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Schweiz und den baltischen Staaten liegen. Ein liebevoll in Text und Bild von den Akademieteilnehmenden Stefanie Rinaldi und Andreas Malär gestaltetes Reisetagebuch finden Sie unter: http://baltikum.biteme.ch
Der Studienstiftler Tadzio Schilling fasste zudem seine Impressionen aus dem Baltikum zusammen als eine Reise durch verschiedene Zeitschichten, die den baltischen Staaten ihr heutiges Aussehen verliehen haben:
www.studienstiftung.ch/d/data/262/Baltische_Impressionen_T_Schilling.pdf

Vom 12.-19. August 2006 besuchten 15 Studierende der Schweizerischen und der Deutschen Studienstiftung die Sommerakademie "Vom Einfluss der Kreuzzüge auf die westlichen und nahöstlichen Kulturen vom Mittelalter bis heute" und setzten sich eingehend mit Mythen und Wirklichkeit der Kreuzzugsrezeption auseinander. Der Studienstiftler Nico Kortemeier berichtet über diese Akademie unter:
www.studienstiftung.ch/d/data/262/SA_Kreuzzüge_N_Kortemeier.pdf

Vom 3.-10. September 2006 schliesslich eröffneten sich 14 schweizerischen und drei deutschen Studienstiftlerinnen und Studienstiftlern in der Sommerakademie "Religion und Management: Zur Frage von Orientierung und Entscheidung in einer unsicheren Welt." neue, unkonventionelle Sichtweisen auf die Frage, was Religion und Management gemeinsam haben.

Academia Engelberg:
Die Academia Engelberg widmete die diesjährige Konferenz dem Thema "Zukunft Energie: neue Ansätze und Visionen". Auch dieses Jahr wurden zahlreiche internationale Persönlichkeiten verschiedenster Generationen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur zu einem internationalen und interkulturellen "Dialogue on Science" nach Engelberg eingeladen. Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie unter:
www.academia-engelberg.ch/de/activities_con2006.html
Acht Studierende unserer Stiftung nahmen als Protokollführende an der Veranstaltung teil, sieben beteiligten sich rege als Diskussionsteilnehmende. Sie alle kehrten um viele neue Eindrücke, Gedanken und Vorsätze reicher zurück. Die Studienstiftlerin Irmgard Bühler verfasste einen persönlichen Erfahrungsbericht zur Academia Engelberg 2006:
www.studienstiftung.ch/d/data/262/Academia_Engelberg_2006_I_Buehler.pdf

Neue Gesichter in der Studienstiftung

Das Interesse von in der Schweiz Studierenden an einem Beitritt zur Schweizerischen Studienstiftung steigt stetig an. 2006 wurden bisher 50 neue Mitglieder in die Studienstiftung aufgenommen. Die weiteren geplanten Auswahlseminare sind bis Ende dieses Jahres allesamt ausgebucht, im neuen Jahr sind die bis Ende des Wintersemesters 06/07 geplanten Assessments alle mindestens zur Hälfte voll. Für die 2006 aufgenommenen Neumitglieder fand am 30. Oktober 2006 im Haus der Universität in Bern erstmals ein Kick off-Seminar statt.

Was wird eigentlich von mir als Studienstiftler, als Studienstiftlerin erwartet? Und was kann mir die Studienstiftung bieten? Diese und viele andere Fragen beschäftigen neue Mitglieder der Schweizerischen Studienstiftung. Erstmals bot ihnen die Schweizerische Studienstiftung die Möglichkeit, sich an einem gemeinsamen Kick off-Seminar genau über unsere Programme und über die gegenseitigen Erwartungen zu orientieren.

Einblick in die Arbeit der Stiftung gaben ihnen der Geschäftlsleiter PD Dr. Cla Reto Famos, welcher über die Struktur und Ziele der Stiftung informierte und insbesondere das Bildungsprogramm vorstellte, sowie die stellvertretende Geschäftsleiterin Dr. Nina Schneeberger, die über das Betreuungssystem der Studienstiftung und über mögliche Finanzhilfen berichtete und die konkreten Erwartungen der Studienstiftung an ihre Mitglieder formulierte. Der Mitbegründer und Präsident des Fördervereins der Schweizerischen Studienstiftung, Prof. Dr. Eric Kubli, erzählte mit ansteckender Begeisterung von der Geschichte der Schweizerischen Studienstiftung und der Vision ihrer Gründerinnen und Gründer. Dr. Susanne Mölbert, ehemalige Studienstiftlerin, stellte die Alumni-Organisation vor und machte insbesondere auf das ausgezeichnete Beziehungsnetz aufmerksam, welche den Stiftlerinnen und Stiftlern mit den Alumni zur Verfügung steht. Mit dem Geneva International Model United Nations (GIMUN) gab Andreas Lehmann, Studienstiftler und GIMUN Executive Committee-Mitglied, ein konkretes Veranstaltungsbeispiel, zeigte damit auf, dass Eigeninitiativen von Stiftlerinnen und Stiftlern in der Studienstiftung auf einen guten Nährboden fallen, und rührte dafür gleich die Werbetrommel. Schliesslich folgte ein Erfahrungsbericht der Stiftlerin Anna Elsner aus ihrem Auslandstudium in Grossbritannien, den sie mit einigen Reflexionen zum Sinn und Zweck sowie den Gefahren und Chancen eines solchen Studienaufenthaltes im Ausland ergänzte.

Bei der abschliessenden Diskussion und dem gemeinsamen Steh-Dinner gab es für die Neuaufgenommenen ausserdem reichlich Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen.

Der Anlass wurde positiv aufgenommen und soll nun in Zukunft gegen Ende jedes Semesters für die Neumitglieder durchgeführt werden. Das nächste Kick-off findet am 7. Februar 2007 statt.


Neu gestaltetes Betreuungssystem

Diesen Frühling führte die Studienstiftung eine Umfrage zu ihrem Betreuungssystem durch, mit dem Ziel, das System zu optimieren. Die Umfrage zeigte, dass gut die Hälfte der Studierenden und fast alle Dozierenden mit dem aktuellen System zufrieden sind. Es wurden aber auch vielfältige Verbesserungsvorschläge angebracht. Ende dieses Jahres werden nun die bewährten Betreuungselemente durch weitere Angebote ergänzt.

Das zentrale Element der Betreuung bilden weiterhin die Betreuerdozierenden, welche je eine bewusst fächerübergreifend zusammengestellte Gruppe von 10-12 Stiftlerinnen und Stiftlern an ihrem Studienort betreuen. Diese Dozierenden organisieren für ihre Gruppe ein gemeinsames Treffen pro Semester und stehen den einzelnen Studierenden bei allgemeinen Fragen zum Studium und als Kontakt in die Hochschulwelt zur Verfügung. Ein grosser Teil unserer Studierenden gab in der Umfrage an, diese interdisziplinären Gruppengespräche und die Verfügbarkeit einer persönlichen Ansprechperson vor Ort sehr zu schätzen.

Zusätzlich wurde jedoch häufig der Wunsch nach einer Ansprechperson bei fachspezifischen Fragen zum Studium geäussert – ein Bedürfnis, welche der/die eigene Betreuerdozierende nur selten abdecken kann. Mit einem Web-Pool der Betreuerdozierenden und der Alumni, den wir voraussichtlich diesen Dezember im Memberbereich unserer Website aufschalten werden, bieten wir unseren Studierenden nun einen einfachen Zugang zu Dozierenden und Alumni, welche ihnen bei ihren spezifischen Fragen weiterhelfen können.

Die Umfrage zeigte weiter, dass viele der Studierenden Hemmungen haben, ihre/n persönliche/n Betreuerdozierende/n in persönlichen Krisensituationen ins Vertrauen zu ziehen, dass aber in einigen Fällen eine Hilfestellung durchaus erwünscht wäre. Die Studienstiftung bietet ihren Studierenden deshalb neu für Krisensituationen ein professionelles Coaching an. Wenn sie mit Ihrer Studiensituation, ihrer Laufbahn oder ihrer persönlichen Weiterentwicklung nicht mehr weiter wissen, dann steht Ihnen Herr Thomas Gartenmann, langjähriger Coach und Berater, für ein persönliches Beratungsgespräch zur Verfügung.

Hilfe und Beratung von aussen sind gut, ebenso wichtig ist es aber auch, sich selber helfen zu können. Deshalb werden wir ab 2007 ein IT (Intellectual Tool) "Selfmanagement" anbieten.

Kohäsionsprojekt: Austauschstipendien und neue Sommerakademie

Die Sophie und Karl Binding Stiftung, eine gemeinnützige Vergabestiftung mit Sitz in Basel, plant auf das Jahr 2007 den Start eines "Kohäsionsprojektes" (vorläufiger Arbeitstitel) in Kooperation mit der Schweizerischen Studienstiftung. Dieses soll den gesellschaftlichen und staatspolitischen Zusammenhalt zwischen den vier Kultur- und Sprachregionen unseres Landes fördern.

Aufgrund des tendenziell schwindenden gegenseitigen Interesses unserer Landesteile und Sprachregionen bleibt das Potenzial der multikulturellen Schweiz weitgehend unausgeschöpft, und es besteht die Gefahr von zunehmender Gleichgültigkeit zwischen den Landesteilen.

Ziel des Projektes ist es nun, über fünf Jahre hinweg jährlich eine Anzahl hoffnungsvoller junger Studierender aus allen Landesteilen im Rahmen eines Studienprogramms mit den Mehrwerten unserer viersprachigen Schweiz vertraut zu machen. Vorgesehen sind eine Anzahl von Austauschstipendien, welche die sprachgrenzüberschreitende Studienortwahl fördern sollen, sowie eine jährliche Sommerakademie "Intellektuelle Reise durch die Schweiz" (Arbeitstitel). Das Projekt soll im Rahmen der Organisations- und Tätigkeitsstrukturen der Studienstiftung und mit den finanziellen Mitteln der Binding Stiftung gemeinschaftlich durchgeführt werden.

Am 7. Juni dieses Jahres hatte die Binding Stiftung eine Gruppe von in Bezug auf das Thema des nationalen Zusammenhalts sensibilisierten Persönlichkeiten aus allen Landesteilen zu einem Workshop im Schloss Ueberstorf (Kanton Fribourg) eingeladen. Sie konnte sich dabei des grossen Potenzials der geäusserten Ideen und der Relevanz der Themenstellung vergewissern und Anregungen für praktische Umsetzungsmöglichkeiten entgegennehmen. Der Stiftungsrat der Sophie und Karl Binding Stiftung hat denn auch am 1. September beschlossen, das Kohäsionsprojekt zu finanzieren und die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Studienstiftung während der nächsten 5 Jahre zu ermöglichen. Derzeit arbeiten Dr. Benno Schubiger, Geschäftsführer der Binding Stiftung, und PD Dr. Cla Famos das Projekt konkret aus.

Schweizerische Studienstiftung
Nicole Schwyzer
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