Zum achten Mal verleiht die Schweizerische Studienstiftung in Zusammenarbeit mit der Bärbel und Paul Geissbühler Stiftung Exzellenzstipendien an herausragende Studierende der MINT-Disziplinen (einschliesslich Humanmedizin).

Diese Stipendien kommen ausgewählten Geförderten der Schweizerischen Studienstiftung zugute, die hervorragende akademische Leistungen vorweisen und das Potenzial zu einer brillanten Zukunft haben, aber über zu wenig Mittel zur Studienfinanzierung verfügen und andere Unterstützungsmöglichkeiten durch die Eltern oder über kantonale Stipendienstellen bereits ausgeschöpft haben. Dieses Stipendienprogramm wird seit 2018 durch die Bärbel und Paul Geissbühler Stiftung finanziert.
Die Stipendien für 2025/2026 wurden den folgenden Studentinnen und Studenten gewährt:
- Basil Burri aus Langenthal (BE), Masterstudent in Mikrobiologie, Universität Zürich
- Luzia Bühlmann aus Romanshorn (TG), Masterstudentin in Humanmedizin, Università della Svizzera Italiana
- Nicola Irmiger aus Chur (GR), Masterstudent in Elektrotechnik und Informationstechnologie, ETH Zürich
- Maud Steinbach aus Maur (ZH), Masterstudentin in Medizin, Universität Lausanne
- Beatrice Stocker aus São Paulo (BR), Masterstudentin in Humanmedizin, Universität Zürich
- Lucie Vonlanthen aus Le Mouret (FR), Masterstudentin in Medizin, Universität Bern
- Raphael Zumbrunn aus Adelboden (BE), Masterstudent in Interdisziplinären Naturwissenschaften, ETH Zürich
- Aleksandar Žužul aus Kroatien, Masterstudent in Humanmedizin, Universität Zürich
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Die Stipendiatinnen und Stipendiaten 2025/2026
Basil Burri
Langenthal (BE), Masterstudent in Mikrobiologie, Universität Zürich

Basil Burri, Bild: Paul Christen
Aufgewachsen im Oberaargau besuchte Basil Burri das Gymnasium in Langenthal mit den Schwerpunktfächern Biologie und Chemie sowie dem Ergänzungsfach Wirtschaft und Recht. Nach der Matura entschied er sich für das Bachelorstudium der Biologie an der Universität Zürich, welches er diesen Frühling erfolgreich abschloss. Im kommenden Herbstsemester wird der 25-Jährige im konsekutiven Master der Mikrobiologie an derselben Universität weiterstudieren.
Für seine Masterarbeit wird Basil Burri DNA aus Umweltproben analysieren, wobei sich sein Projekt der Erfassung der mikrobiologischen Vielfalt von arktischen Seen und Tundraböden widmet. Für dieses Thema interessiert er sich besonders, da Mikroorganismen speziell in den Polarregionen zu den wichtigsten Treibern der Nährstoffkreisläufe gehören. Die Erforschung der Vielfalt dieser Organismen und ihres Stoffwechselpotenzials ist deshalb zentral, um ihren Einfluss auf die Ökosysteme der Polarregionen zu verstehen.
Für die Zeit nach dem Master plant Basil Burri einen zusätzlichen Minor in Biomedical Entrepreneurship zu absolvieren und strebt danach ein Doktorat im Bereich der Mikrobiologie an. Seine berufliche Zukunft sieht der Berner in der Entwicklung von Produkten, die zur Lösung von ökologischen Problemen beitragen oder in der universitären Forschung im Bereich der Umweltmikrobiologie.
Luzia Bühlmann
Romanshorn (TG), Masterstudentin in Humanmedizin, Università della Svizzera Italiana

Luzia Bühlmann, Bild: Julien Schmidt
Während ihrer Zeit an der Kantonsschule war Luzia Bühlmann als Allrounderin mit einem besonderen Flair für Fremdsprachen bekannt: Sie besuchte die englischsprachige Immersionsklasse mit Schwerpunkt Spanisch, belegte das Freifach Latein und verbrachte Auslandsaufenthalte in Kroatien und Südspanien.
Trotz dieser sprachlichen Interessen entschied sie sich nach der Matura, ihre Faszination für biologische Prozesse und die Funktionsweise des menschlichen Körpers zu vertiefen. Nach dem Bachelorabschluss in Humanmedizin an der ETH Zürich studiert die 24-Jährige nun im fünften Jahr Medizin an der Università della Svizzera Italiana (USI) in Lugano. Die Wahl des Studienorts traf sie bewusst, um sich mit dem Arbeitsumfeld der Tessiner Spitäler vertraut zu machen. Gleichzeitig bot sich ihr die Gelegenheit, Italienisch zu lernen und die schönsten Orte in der Sonnenstube der Schweiz zu entdecken.
Im Rahmen ihrer klinischen Praktika wird Luzia Bühlmann unter anderem an einem Austauschprogramm für Medizinstudierende teilnehmen, das ihr einen Aufenthalt am Universitätsspital in Montpellier (FR) ermöglicht. Die kommende Zeit wird sie zudem für den Abschluss ihrer Masterarbeit nutzen, in welcher sie sich mit seltenen genetischen Erkrankungen befasst. Nach dem Staatsexamen strebt sie ein Doktorat in der biomedizinischen Forschung an mit dem Ziel, am Schnittpunkt von Grundlagenforschung und klinischer Medizin die molekularen Ursachen von Krankheiten besser zu verstehen und zur Entwicklung innovativer Therapien beizutragen.
Nicola Irmiger
Chur (GR), Masterstudent in Elektrotechnik und Informationstechnologie, ETH Zürich

Nicola Irmiger, Bild: Tim Rieder
Nicola Irmiger stammt aus Chur, wo er seine schulische Laufbahn an der Bündner Kantonsschule abschloss. Sein Interesse an Technik und komplexen Systemen führte ihn an die ETH Zürich, wo er den Bachelor in Maschinenbau mit Auszeichnungen absolvierte. Ein prägender Höhepunkt seiner Studienzeit war das Austauschsemester am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA). Dort erhielt er vertiefte Einblicke in die Forschung zu künstlicher Intelligenz und elektrischen Antriebssystemen für interplanetare Reisen.
Heute studiert der 24-Jährige im Master Elektrotechnik und Informationstechnologie an der ETH Zürich mit Fokus auf Robotik und künstliche Intelligenz. Während eines Praktikums am Robotics and AI Institute (RAI) arbeitete er an Robotern, die durch Ausprobieren lernen, sich eigenständig zu bewegen. Die Entwicklung einer robotischen Hand, die durch das Beobachten menschlicher Bewegungen das Greifen erlernt, zählt zu den Projekten, die ihm besonders wichtig sind. Roboter, die zuverlässig greifen und mit ihrer Umgebung interagieren können, sind für eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technik zentral – ob im Alltag, in der Pflege oder in industriellen Anwendungen.
Neben dem Studium engagiert sich Nicola als Botschafter der Schweizerischen Studienstiftung an seiner ehemaligen Schule, wo er talentierte Jugendliche ermutigt, ihr Potenzial zu entfalten.
Langfristig möchte er an der Entwicklung intelligenter robotischer Systeme mitwirken, die sich sicher in komplexen Umgebungen bewegen und dabei aktiv mit ihrer Umwelt interagieren können. Besonders fasziniert ihn die Frage, wie Maschinen grundlegende Fähigkeiten erlernen und sich an neue Situationen anpassen können – sei es auf der Erde oder darüber hinaus.
Maud Steinbach
Maur (ZH), Masterstudentin in Medizin, Universität Lausanne

Maud Steinbach, Bild: Anna Raffaele
Nach ihrem Bachelor in Biomedizin an der Universität Zürich mit Angewandter Wahrscheinlichkeiten und Statistik im Nebenfach und einem Passerelle-Jahr an der Universität Lausanne absolviert Maud Steinbach nun einen Master in Medizin.
Im Gymnasium wählte Maud Steinbach Alte Sprachen sowie Biologie als Schwerpunktfächer, in Übereinstimmung mit ihren vielfältigen Interessen und ihrer Neigung zu Naturwissenschaften. Drei Jahre lang nahm sie am Theaterworkshop teil, von der Regie bis zur Hauptrolle. Ihre Maturaarbeit über die Geschichte ihrer deutsch-französischen Familie während des Zweiten Weltkriegs wurde für die Jahrespräsentation ausgewählt.
2020 absolvierte sie die Matura, wechselte dann zunächst in ein Forschungsstudium und absolvierte am Ende des zweiten Bachelorjahres ein Praktikum in Allergologie und Datenanalyse in einer Gruppe des Universitätsspitals Zürich mit Standort in Davos. Als Vorstandsmitglied des Fachvereins der Bio-Studiengänge der Universität Zürich (BiUZ) verantwortete sie zwei Jahre lang die Hochschulpolitik. Daneben war sie als Teaching Assistant in Statistik tätig.
Mit dem Einstieg in das Medizinstudium will die 22-Jährige ihre Vorliebe für Forschung und menschliche Kontakte miteinander verbinden. 2024/2025 besuchte sie Naht- und Ultraschallkurse und wird nun Tutorin. Derzeit arbeitet Maud Steinbach an ihrer Masterarbeit in Bioinformatik mit dem Ziel, ein Prognosemodell für chronische Nierenerkrankungen zu entwickeln.
Beatrice Stocker
São Paulo (BR), Masterstudentin in Humanmedizin, Universität Zürich

Beatrice Stocker
Beatrice Stocker studiert im Master Humanmedizin an der Universität Zürich. Momentan befindet sie sich im Wahlstudienjahr und arbeitet dafür in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen in Spitälern in der Schweiz und in Brasilien. Zuvor absolvierte die 29-Jährige unter anderem Praktika in einer Hausarztpraxis, bei Swissmedic und in einem Gesundheitszentrum für das Alter. Zusätzlich arbeitete Beatrice Stocker für zwei Jahre als Pflegeassistentin auf dem Wochenbett. Ihre Leidenschaft gilt dem direkten Kontakt mit Patienten und Patientinnen, zudem schätzt sie die praktische Erfahrung.
Nach ihrem Schulabschluss absolvierte Beatrice Stocker in São Paulo Praktika in der Gynäkologie und in der Neonatologie. Dies gab ihr einen Einblick in die teils prekäre Gesundheitsversorgung in Brasilien und prägte ihren Wunsch, einen Beitrag für eine gute medizinische Versorgung zu leisten.
Den ersten Bachelor absolvierte Beatrice Stocker in Biomedizin an der Universität Zürich. Danach war sie ein Jahr lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der Arbeits- und Umweltmedizin der Universität tätig. Schlussendlich zog ihre Leidenschaft sie zum Zweitstudium der Humanmedizin.
Neben den Vorlesungen befasste sich Beatrice Stocker letztes Jahr im Rahmen Ihrer Masterarbeit mit Stoffwechselstörungen. Die finanzielle Unterstützung durch die Geissbühler-Stiftung hilft ihr sich auf ihr Ziel zu fokussieren, im Anschluss an den Master ein Doktorat zu beginnen. In ihrem weiteren beruflichen Werdegang möchte sie sich für eine integrative, diskriminierungsfreie, queer-freundliche Gesundheitsversorgung einsetzen.
Lucie Vonlanthen
Le Mouret (FR), Masterstudentin in Medizin, Universität Bern

Lucie Vonlanthen, Bild: Jean-Marie Baeriswyl
Lucie Vonlanthen absolviert seit Herbst 2024 ihren Master in Medizin an der Universität Bern. Ein Jahr nach ihrem Bachelor in Medizin an der Universität Fribourg unternahm die 25-Jährige allein eine Asienreise und anschliessend eine Velotour durch Skandinavien. Auf diesen Reisen knüpfte sie Kontakte, durch die sie heute die Möglichkeit hat, ihre Masterarbeit in einer Forschungsgruppe in Norwegen zu absolvieren. Das Projekt verbindet Neurowissenschaften und Sport.
Lucie Vonlanthen wuchs in Le Mouret auf, wo sie das Collège Saint-Croix besuchte. 2020 erlangte sie die zweisprachige Matura mit Vertiefung Biologie-Chemie wofür sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Mit ihrer Matura-Arbeit nahm Lucie am 54. Nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht teil, wo sie die Note «sehr gut» erhielt.
Das Geissbühler-Stipendium ermöglicht es Lucie Vonlanthen unter anderem, während des Studiums in der Stadt Bern zu wohnen, was ihr die Integration erleichtert. Neben dem Studium ist sie dabei, Schweizerdeutsch zu lernen und neue Kontakte zu knüpfen, unter anderem als Mitglied des Berner Turnvereins (BTV).
Daneben spielt sie Klavier, liest viel und betreibt verschiedene Sportarten wie Turnen, Biken und Langlauf. Zudem engagiert sie sich in einem Freiburger Turnverein, wo sie als Sekretärin, Trainerin und Jugendkampfrichterin tätig ist.
Raphael Zumbrunn
Adelboden (BE), Masterstudent in Interdisziplinären Naturwissenschaften, ETH Zürich

Raphael Zumbrunn, Bild: Sitti Zumbrunn
Raphael Zumbrunn studiert im Master Interdisziplinäre Naturwissenschaften an der ETH Zürich. Im Studium versucht er Brücken zwischen Physikalischer Chemie und Quantenphysik zu bauen. Spezifisch interessiert er sich für Spin-Physik und Festkörperchemie.
Dieses Interesse verfolgt der 23-Jährige in verschiedenen Forschungsarbeiten im In- und Ausland. Im Moment analysiert er Daten zu Null-Feld Magnetresonnanz, welche er in seinem Austausch an der UC Berkeley im Rahmen seiner Bachelor Arbeit erhoben hat.
Neben dem Studium ist Raphael Zumbrunn Co-Präsident der Astronomie Olympiade. Dort nutzt er seinen interdisziplinären Hintergrund um dieses breite Feld interessierten Jugendlichen nahezulegen. Zudem organisiert er das Budget und führt die Buchhaltung.
In der Zukunft möchte Raphael in die universitäre Forschung einsteigen, und plant deshalb nach seinem Master ein Doktorat zu absolvieren. Das Geissbühler-Stipendium ermöglicht es Raphael Zumbrunn, sein Engagement ausserhalb des Studiums weiter fortzuführen, denn sein Wissen weiterzugeben ist ihm mindestens so wichtig, wie es sich selbst zu erarbeiten.
Aleksandar Žužul
Kroatien, Masterstudent in Humanmedizin, Universität Zürich

Aleksandar Žužul, Bild: Irina Kobelt
Aleksandar Žužul studiert im Master Humanmedizin an der Universität Zürich. Der 25-Jährige arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit im Bereich der Neurophysiologie und wird dabei fachlich vom Zentrum für Paraplegie am Balgrist unterstützt.
Aleksandar Žužul absolvierte die ersten Schuljahre in Kroatien und erwarb danach die Matura an der Kantonsschule Wettingen im Aargau. Sein Ziel war stets an der Universität Zürich oder an der ETH Zürich zu studieren, was aus finanziellen Gründen einen grossen Kraftakt darstellte und immer noch darstellt.
Das Geissbühler-Stipendium schafft für Aleksandar Žužul einen finanziellen Rahmen, welcher ihm erlaubt, weniger zu arbeiten und sich mit mehr Engagement seinem Studium zu widmen. Er kann nun seinen Plänen nachgehen, wobei er plant, einen Teil seines praktischen Jahres innerhalb des Medizinstudiums als Unterassistenzarzt in Tansania zu verbringen.
In seiner Freizeit ist Aleksandar Žužul ein aktives Mitglied im Schützenverein Kaiserstuhl-Fisibach. Zudem ist er Teil einer generationenübergreifenden Wohngemeinschaft, wo er für eine Seniorin Hilfeleistungen im Garten erbringt. Er spielt gerne Gitarre und hört gerne Rockmusik. Er geniesst die Sprachenvielfalt der Schweiz und um sich auf den Aufenthalt in Tansania vorzubereiten, hat er bereits damit begonnen Swahili zu lernen.
Über die Schweizerische Studienstiftung
Die Schweizerische Studienstiftung fördert interessierte, engagierte und leistungsstarke Studierende. Politisch neutral und unabhängig setzt sie sich dafür ein, dass junge Menschen die besten Voraussetzungen erhalten, ihren Wissensdurst zu stillen, neue Ideen zu entwickeln und ihren Platz in der Gesellschaft auszufüllen. Die ins Förderprogramm aufgenommenen Studierenden erhalten Zugang zu interdisziplinären Bildungsangeboten, individueller Beratung, finanzieller Unterstützung sowie vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten.
Medienkontakt
Marco Büsch, Schweizerische Studienstiftung
E-Mail: marco.buesch@studienstiftung.ch
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