Die Schweizerische Studienstiftung vergibt Jahresstipendien für einzigartige Vorhaben exzellenter Studierender. Diese Auslandsförderung wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ermöglicht. Bei der aktuellen Vergabe wurden drei Studierende ausgewählt. Sie setzen sich vertieft mit globalen Herausforderungen auseinander und gestalten den gesellschaftlichen Wandel aktiv mit – in Aussenpolitik, nachhaltiger Finanzierung und internationalem Strafrecht.

Die Stipendien für 2025/2026 wurden folgenden Studierenden zugesprochen:
🔸 Jael Stettler, Master in Asian and International Affairs, King’s College London
🔸 Mias Erni, Master in Real Estate Finance, University of Cambridge
🔸 Gloria Kunz, Master in International and Transnational Criminal Law, Universität Zürich und Amsterdam
Weitere Informationen zum Jahresstipendium: hier.
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten 2025/2026
Das Spannungsfeld zwischen dem Westen und Asien verstehen – Masterstudium in International Affairs, Renmin University of China und King’s College London
Wie gestaltet die Schweiz ihre Aussenpolitik in einer zunehmend polarisierten Weltlage, in der China eine zentrale Rolle spielt? Dieser Frage widmete sich Jael Stettler im ersten Jahr ihres Doppelmasters in Asian and International Affairs an der Renmin University of China. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie Chinas Wahrnehmung der Schweizer Neutralität und ihrer Brückenbauerrolle.
Mit dem Ziel, ihr Verständnis für die Spannungsfelder zwischen dem Westen und Asien weiter zu vertiefen, setzt sie nun ihren Doppelmaster am King’s College London fort. Sie erweitert dort ihr Wissen um eine
politisch-ökonomische Perspektive, gestützt durch Kurse zu multinationalen Unternehmen, globalen
Lieferketten und neuen Formen der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere der wachsenden Rolle des
Privatsektors.
Über Jael Stettler

Jael Stettler, Bild: Renmin University
Jael Stettler ist 1999 geboren und in der Nähe von Frauenfeld aufgewachsen. Nach der Matura an der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen stieg sie bei der Fluggesellschaft Swiss ein, wo ihre Leidenschaft für internationale Zusammenarbeit entstand. Parallel zur Arbeit als Flugbegleiterin schloss sie in Genf ein Bachelorstudium in Internationalen Beziehungen ab und verbrachte ein Austauschsemester in Hongkong, was ihr Interesse an Asienformte. Ein einjähriges Praktikum innerhalb der Schweizer Botschaft in Albanien, an der Schnittstelle von Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit, bestärkte ihren Entschluss für den Doppelmaster in Peking und London. Dieser bietet eine optimale Vorbereitung für die Vermittlung im diplomatischen Berufsfeld zwischen verschiedenen Kulturen und politischen Systemen. Gesellschaftlicher Austausch ist ein zentraler Teil von Jael Stettlers Lebens, speziell auch in Verbindung mit Sport. Das Geräteturnen im Lokalturnverein Gachnang-Islikon prägt sie bis heute. An jedem Ort sucht sie Anschluss an Sportgruppen, fasziniert von den Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Hintergründe.
Nachhaltige Infrastruktur sicherstellen – Masterstudium in Real Estate Finance, University of
Cambridge
Wie gelingt es einer Gesellschaft, erneuerbare Energien auszubauen, die Stromversorgung zu sichern, digitale Infrastruktur bereitzustellen und genügend Wohnraum zu schaffen? Solche Aufgaben erfordern erhebliche finanzielle Mittel, die gezielt und wirksam eingesetzt werden müssen. Mit diesen Fragen beschäftigt sich Mias Erni im Master in Real Estate Finance an der University of Cambridge. Das Masterstudium verbindet die ökonomische Analyse von Infrastruktur und Immobilien mit gesellschaftlichen Fragestellungen. Aufbauend auf praktischen Erfahrungen im Energie- und Infrastrukturbereich untersucht er, wie Kapital so eingesetzt werden kann, dass es nachhaltige Entwicklung fördert und Regionen gegenüber zukünftigen Herausforderungen stärkt.
Über Mias Erni

Mias Erni, Bild: University of Cambridge
Mias Erni, 2002 in Laax (GR) geboren, wuchs zweisprachig mit Rätoromanisch und Deutsch auf. An der Kantonsschule Chur mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht entwickelte er früh ein Interesse an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen. An der Universität St. Gallen (HSG) absolvierte er den Bachelor in Betriebswirtschaftslehre und vertiefte sich in finanz- und volkswirtschaftliche Themen. Praktische Erfahrungen sammelte er in verschiedenen Bereichen der Finanzbranche, unter anderem in der Unternehmensbewertung sowie in der Analyse von Infrastruktur- und Energieprojekten. Parallel engagierte er sich in studentischen Wirtschaftsvereinen, verfasste finanzökonomische Beiträge und nahm erfolgreich an Fallstudien und Innovationswettbewerben teil. Zu seinen persönlichen Interessen zählen Sport, insbesondere das Skifahren. Unterstützt von der Schweizerischen Studienstiftung setzt Mias Erni seine akademische Ausbildung an der University of Cambridge fort und widmet sich der Frage, wie Investitionen so gestaltet werden können, dass sie langfristigen gesellschaftlichen Nutzen stiften.
Strafrecht im internationalen Kontext – Masterstudium in International and Transnational Criminal Law, Universität Amsterdam
Der Studiengang International and Transnational Criminal Law bietet Gloria Kunz die Möglichkeit, akademische Exzellenz mit internationaler Erfahrung zu verbinden – und sich auf eine Karriere im Strafrecht vorzubereiten. Mit dem Masterprogramm – insbesondere den Kurse International Criminal Law Practice und European Criminal Law – vertieft Gloria Kunz ihren strafrechtlichen Schwerpunkt. Darüber hinaus bietet ihr das Modul Law Practice, das ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei umfasst, wertvolle Einblicke in die niederländische Rechtspraxis. Da sie im Strafrecht promovieren möchte, wird der Einblick sowohl in das niederländische als auch in das internationale Strafrecht ihren fachlichen Horizont erweitern und ihr zugleich die Möglichkeit zu rechtsvergleichender Forschung eröffnen.
Über Gloria Kunz

Gloria Kunz, Bild: Andrin Lukas Walla
Gloria Kunz wurde 2001 in Zürich geboren. Ihre Primarschulzeit verbrachte sie in Singapur, wo sie stark vom Austausch mit einer ihr noch unbekannten Kultur profitierte. Nach fünf Auslandjahren kam sie zurück in die Schweiz, wo sie nach ihrem Bezirksschulabschluss die Kantonsschule Wohlen besuchte. Während dieser Zeit interessierte sie sich vor allem für Philosophie – und wählte das Fach als ihren Schwerpunkt. In diesem Rahmen kam sie erstmals mit dem schweizerischen Recht in Kontakt. Sodann entschied sie sich Recht an der Universität Zürich zu studieren. Bereits im ersten Semester begeisterte sie das Strafrecht. Daraufhin begann sie als Hilfsassistentin am Lehrstuhl für Straf- und Strafprozessrecht von Prof. Godenzi zu arbeiten. Nach dem Masterabschluss möchte sie im Bereich Strafrecht dissertieren.
Über die Schweizerische Studienstiftung
Die Schweizerische Studienstiftung fördert interessierte, engagierte und leistungsstarke Studierende. Politisch neutral und unabhängig setzt sie sich dafür ein, dass junge Menschen die besten Voraussetzungen erhalten, ihren Wissensdurst zu stillen, neue Ideen zu entwickeln und ihren Platz in der Gesellschaft auszufüllen. Die ins Förderprogramm aufgenommenen Studierenden erhalten Zugang zu interdisziplinären Bildungsangeboten, individueller Beratung, finanzieller Unterstützung sowie vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten.
Medienkontakt
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