Die Naturwissenschaften in der Schweiz haben ein Nachwuchsproblem. Zu wenige Studierende entscheiden sich für ein MINT-Fach, das heisst für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik. Umso wichtiger ist es der Schweizerischen Studienstiftung, herausragende Studierende dieser Disziplinen sowie der Humanmedizin, der Pharmazeutik und der Life Sciences zu fördern, die sich mit Begeisterung für die Verbreitung der MINT-Fächer engagieren.

Im Jahr 2026-27 erhalten zehn Studierende, die bereits Geförderte der Schweizerischen Studienstiftung sind, ein Werner Siemens Fellowship. Voraussetzung sind hervorragende akademische Leistungen und die Bereitschaft, sich für die Vermittlung und Förderung der MINT-Fachbereiche in der Gesellschaft einzusetzen. Die Studierenden erhalten neben finanzieller Unterstützung von 19’800 Franken die Möglichkeit, an Netzwerkanlässen des Werner Siemens-Programms teilzunehmen.
Die Stipendien für 2026/2027 wurden folgenden Studierenden zugesprochen:
- Julia Zingerle aus Wil (SG), Masterstudentin in Robotics, Systems and Control, ETH Zürich
- Christopher Golling aus Näfels (GL), Masterstudent in Informatik, ETH Zürich
- Regina Beytrison aus Crans-Montana (VS), Bachelorstudentin in Mikrotechnik, EPF Lausanne
- Manuel Bonaglia aus Ehrendingen (AG), Masterstudent in Humanmedizin, Universität Basel
- Céline Jaquet-Chiffelle aus Neuenburg (NE), Bachelorstudentin in Mathematik, Universität Genf
- Nico Zobrist aus Unterentfelden (AG), Masterstudent in Humanmedizin, Joint Medical Master Universitäten Luzern und Zürich
- Sophia Krähenmann aus Hedingen (ZH), Bachelorstudentin in interdisziplinären Naturwissenschaften, ETH Zürich
- Romane Bauer aus Zürich (ZH), Bachelorstudentin in Humanmedizin, Universität Zürich
- Lino Hofstetter aus Lenzburg (AG), Masterstudent in Informatik, ETH Zürich
- Samira Künzler aus Olten (SO), Masterstudentin in Bioinformatics and Computational Biology, ETH Zürich
Weitere Informationen zum Werner Siemens-Stipendium und den Geförderten:
Werner Siemens-Stipendien und Werner Siemens Stiftung
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten 2026/2027
Julia Zingerle
Wil (SG), Masterstudentin in Robotics, Systems and Control, ETH Zürich

Julia Zingerle, Bild: Select Fotostudio
Julia Zingerle wuchs in Wil (SG) auf und absolvierte die bilinguale Matura. Ihre frühe Begeisterung für Mathematik und Technik führte sie an die ETH Zürich, wo sie im Sommer 2025 den Bachelor in Maschineningenieurwissenschaften abschloss. Anschliessend begann sie den Masterstudiengang Robotics, Systems and Control.
Die 22-Jährige ist überzeugt, dass Forschung und technologische Innovation einen wesentlichen Beitrag dazu leisten können, das Leben vieler Menschen zu verbessern. Gerade in der Robotik sieht sie grosses Potenzial, gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Ihre Leidenschaft für dieses Feld zeigt sich auch in eigenen Projekten: Im Projekt MONKEE entwickelte sie mit einem zehnköpfigen Team einen Baumkletterroboter für die Baumkronenforschung. Die Weiterentwicklung des Projekts begleitet sie bis heute beratend.
Im Herbstsemester 2026 wird Julia Zingerle ein Auslandssemester an der University of Melbourne in Australien absolvieren. Der Aufenthalt bietet ihr die Möglichkeit, ihren fachlichen und persönlichen Horizont zu erweitern und neue Perspektiven kennenzulernen.
Das Werner-Siemens-Stipendium erlaubt ihr, dieses Auslandssemester zu realisieren und sich zugleich weiterhin gesellschaftlich zu engagieren. Besonders am Herzen liegt ihr, junge Frauen für MINT-Fächer zu begeistern. So wirkt sie jährlich an der Organisation eines MINT-Anlasses für Schülerinnen mit. Innerhalb der Schweizerischen Studienstiftung engagiert sie sich zudem als Gymnasial- und Hochschulbotschafterin und übernimmt bei letzteren auch Leitungsverantwortung.
Christopher Golling
Näfels (GL), Masterstudent in Informatik, ETH Zürich

Christopher Golling, Bild: Philippa Golling
Im Anschluss an die Matura an der Kantonsschule Glarus nahm Christopher Golling aus Näfels sein Studium an der ETH Zürich auf. Aufbauend auf zwei Bachelorabschlüssen in Physik und Informatik absolviert er dort heute den Master in Informatik. Seine Semesterarbeit schreibt der 24-Jährige aktuell im Neuroinformatiklabor von Professor Dr. Benjamin Grewe, wo er zugleich als Hilfswissenschaftler tätig ist. Das Labor erforscht eine neuartige Architektur für künstliche Intelligenz; Christopher Golling arbeitet daran, diesen Ansatz für die Robotik weiterzuentwickeln. Erste Tests zeigen, dass das System gelernte Erfahrung besser für neue Aufgaben kombinieren kann als bisherige Architekturen.
Neben seiner akademischen Arbeit engagiert sich Christopher Golling mit grosser Begeisterung für die Vermittlung von Naturwissenschaften. In der Sternwarte Glarus organisiert er monatliche Treffen zu Astrophotographie und Astronomie für interessierte Jugendliche. An der Kantonsschule Glarus leitet er im iLab das Projekt «Gipfeli», in dessen Rahmen Lernende einen Roboterhund modifizieren und ihm beibringen, selbstständig in der Mensa Gipfeli zu kaufen und diese im Schulhaus auszuliefern. Zudem unterstützt er das Team «6417 Fridolins Robotik» als Mentor, und begleitete sie zu den Wettkämpfen in Istanbul, wo sich die Jugendlichen für die Weltmeisterschaften qualifizierten.
Einen Ausgleich zu Studium und Engagement findet Christopher Golling im Windsurfen und Segeln. Darüber hinaus ist er als Atemschutzsoldat bei der Feuerwehr Näfels-Mollis tätig und bildet sich dieses Jahr zum Maschinisten und Strassenretter weiter.
Regina Beytrison
Crans-Montana (VS), Bachelorstudentin in Mikrotechnik, EPF Lausanne

Regina Beytrison, Bild: privat
Regina Beytrison ist im Wallis aufgewachsen, wo sie am Lycée-Collège de la Planta in Sitten ihre gymnasiale Matura erlangte, welche als beste prämiert wurde. Obwohl sie Musik als Schwerpunktfach gewählt hatte, empfand sie ebenfalls grosses Interesse für Naturwissenschaften. Während ihrer Gymnasialzeit besuchte sie deshalb die von der EPF Lausanne angebotenen Kurse für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Zudem engagierte sie sich aktiv als Tutorin in Nachhilfekursen. Damit legte sie den Grundstein für ihre Leidenschaft, wissenschaftliches Wissen weiterzugeben, welche sie schon ihren gesamten Bildungsweg begleitet.
Nach ihrer Matura begann Regina Beytrison ein Studium der Mikrotechnik an der EPF Lausanne. Diese Fachrichtung ist stark interdisziplinär ausgerichtet und ermöglichte ihr, ihre Interessen innerhalb der Naturwissenschaften weiter zu vertiefen und zugleich weitere Forschungsfelder kennenzulernen. Im letzten Jahr ihres Bachelors setzte sie diesen Weg mit einem Austausch an der Shanghai Jiao Tong University in China fort. Dieser Aufenthalt bot ihr die Möglichkeit, sich sowohl als Forschungsassistentin als auch als Lehrassistentin einzubringen.
Aktuell schliesst Regina Beytrison ihren Bachelor ab und bereitet sich darauf vor, ein Masterstudium in Mikrotechnik an der EPF Lausanne aufzunehmen. Um ihren wissenschaftlichen Horizont zu erweitern, plant sie zudem, angrenzende Disziplinen im Rahmen eines Nebenfachs in Quantenwissenschaften und Quantentechnologie zu vertiefen.
Manuel Bonaglia
Ehrendingen (AG), Masterstudent in Humanmedizin, Universität Basel

Manuel Bonaglia, Bild: Jos Schmid
Manuel Bonaglia aus Ehrendingen (AG) absolvierte die bilinguale Matura an der Kantonsschule Baden. Nach einem Zwischenjahr mit Militärdienst und Praktikum in der Anlagenberatung entschied er sich für das Medizinstudium. Ausschlaggebend war seine Faszination für die menschliche Biologie und die Möglichkeit, Menschen auf ihrem Weg zur Genesung zu begleiten.
Heute studiert der 25-Jährige Humanmedizin an der Universität Basel und schreibt seine Masterarbeit in der Neurochirurgie. Währenddessen befindet er sich im klinischen Jahr seines Medizinstudiums, unter anderem mit praktischen Ausbildungseinsätzen in der Paraplegiologie in Nottwil oder der Notfallmedizin in Kapstadt. Medizin möchte er nicht nur am Patientenbett gestalten, sondern auch an der Schnittstelle zwischen Klinik und Innovation: Kürzlich absolvierte er ein Praktikum in der MedTech- und Pharma-Unternehmensberatung in Berlin und nahm als Fellow an einem Venture Capital Bootcamp teil.
Neben dem Studium präsidiert Manuel Bonaglia den Graduate Consulting Club (GCC) – einen Verein an der ETH Zürich sowie den Universitäten Basel und Zürich. Jedes Semester berät der Club ein Startup oder eine NGO in einem 9-wöchigen Pro-Bono-Projekt mit 25 studentischen Consultants und begleitet seine Mitglieder durch Workshops und Kontakte zu Partnerunternehmen erfolgreich in Praktika und Festanstellungen.
Das Werner Siemens Fellowship bedeutet für Manuel Bonaglia weit mehr als finanzielle Unterstützung: Es ist ein Sprungbrett für seine Ambitionen in den Bereichen der Medizin, der Innovation und des gesellschaftlichen Engagements.
Céline Jaquet-Chiffelle
Neuenburg (NE), Bachelorstudentin in Mathematik, Universität Genf

Céline Jaquet-Chiffelle, Bild: Fabien Scotti
Céline Jaquet-Chiffelle stammt aus Neuenburg, wo sie die Matura mit Schwerpunkt Latein und Altgriechisch mit Bestnoten in sämtlichen Fächern abschloss. Ihr Werdegang zeichnet sich durch eine grosse Vielfalt an Interessen aus: Als Sängerin trat sie auf mehreren Bühnen der Region auf, und ihre Maturaarbeit im Bereich Schreiben wurde prämiert. Aufgrund ihrer Affinität zu theoretisch geprägten Disziplinen begann sie anschliessend ein Bachelorstudium in Mathematik an der Universität Genf und absolvierte parallel ein Studienjahr in Philosophie.
Die 20-Jährige entwickelte im Verlauf ihres Bachelors, den sie im Juni 2027 abschliessen wird, ein ausgeprägtes Interesse an den theoretischen Grundlagen der Mathematik und an der Philosophie der Mathematik, ohne dabei die Anwendungen des Fachs aus dem Blick zu verlieren. Sie möchte ihre akademische Laufbahn mit einem Master in angewandter Mathematik an der EPF Lausanne fortsetzen, mit dem Ziel, theoretische Werkzeuge für konkrete Fragestellungen nutzbar zu machen.
Ab Herbst wird Céline Jaquet-Chiffelle als Wissenschaftsvermittlerin bei Mathscope tätig sein, wo sie Workshops leiten wird, die Schulklassen einen Zugang zur Mathematik eröffnen sollen. Darüber hinaus wird sie als Assistenz in den erstjährigen Kursen in Algebra und Analysis mitwirken und sich punktuell an den Aktivitäten des GEM (Genève Évasions Mathématiques) beteiligen, das junge Frauen dazu ermutigt, ein Mathematikstudium aufzunehmen. Mit diesem Engagement möchte sie zur Vermittlung der Mathematik und zu einer besseren Zugänglichkeit des Fachs beitragen.
Nico Zobrist
Unterentfelden (AG), Masterstudent in Humanmedizin, Joint Medical Master Universitäten Luzern und Zürich

Nico Zobrist, Bild: Solenthaler Photography
Nach dem Besuch der Neuen Kantonsschule Aarau, einem einjährigen Austausch in Vancouver (Kanada) und einem Jahr Zivildienst in der Klinik Barmelweid entschied sich Nico Zobrist für das Medizinstudium. Er begann dieses mit dem Bachelor an der Universität Zürich und studiert heute im gemeinsamen Master der Universitäten Luzern und Zürich.
Am Medizinstudium schätzt der 24-Jährige besonders die praxisnahe Vermittlung von Diagnostik und modernen Behandlungsmethoden sowie den direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten. Besonders faszinieren ihn die Vorgänge im Gehirn. Neben dem Studium arbeitet er deshalb an einem Forschungsprojekt im Schlaflabor der Klinik Barmelweid in Erlinsbach mit.
Um die Funktionsweise des Gehirns noch besser zu verstehen, absolviert Nico Zobrist parallel zum Medizinstudium im Rahmen des propädeutischen Teils des MD-PhD Track 1 der Universität Zürich Module an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und sammelt so erste Erfahrungen in der Laborforschung. Nach dem Studium möchte er sich im Rahmen eines naturwissenschaftlichen Doktorats vertieft den Neurowissenschaften widmen. Die Werner Siemens Fellowship ermöglicht ihm diese zeitintensive Doppelausbildung, die oft auch an Wochenenden und in den Semesterferien weitergeht.
Sophia Krähenmann
Hedingen (ZH), Bachelorstudium in interdisziplinären Naturwissenschaften, ETH Zürich

Sophia Krähenmann, Bild: Jens Christen
Sophia Krähenmann aus Hedingen (ZH) absolvierte ihre Matura an der Kantonsschule Limmattal mit Schwerpunkt in Physik und Anwendung der Mathematik, die sie als Jahrgangsbeste abschloss. Aufgrund ihres breiten naturwissenschaftlichen Interesses begann sie anschliessend ein Studium in interdisziplinären Naturwissenschaften an der ETH Zürich, in dessen Verlauf sie sich zunehmend auf Biochemie und medizinische Chemie spezialisierte. Im Rahmen ihres Studiums forschte sie unter anderem an der Biofabrikation von Knorpelgewebe für Kinder mit Fehlbildungen der Ohrmuschel.
Derzeit arbeitet die 21-Jährige für ihre Bachelorarbeit an einer Methode zur pH-Bestimmung, die für die Impfstoffherstellung bestimmt ist. Im Herbst 2026 wird sie ein Masterstudium in Biomedical Engineering an der ETH Zürich aufnehmen. Besonders interessiert sie sich dafür, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen für Diagnostik, Therapie und Arzneimittelentwicklung zu überführen. Langfristig möchte sie an der Schnittstelle von Forschung und Anwendung an neuen medizinischen Technologien arbeiten.
Neben dem Studium engagiert sich Sophia Krähenmann in der freiwilligen Feuerwehr Hedingen, wo sie im Team arbeitet und Verantwortung übernimmt. Zudem beteiligt sie sich am Anlass «Kangaroo goes Science», bei dem sie mathematikinteressierten Schülerinnen die ETH Zürich näherbringt und sie für MINT begeistert.
Romane Bauer
Zürich (ZH), Bachelorstudentin in Humanmedizin, Universität Zürich

Romane Bauer, Bild: privat
Romane Bauer wuchs in Zürich auf und absolvierte am Realgymnasium Rämibühl die Matura sowie das International Baccalaureate. Einen prägenden Zugang zu den Naturwissenschaften fand sie durch die Teilnahme am nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht, wo sie merkte, dass sie ihre Neugier in den Naturwissenschaften besonders gut entfalten konnte.
Heute studiert die 21-Jährige im letzten Jahr ihres Bachelorstudiums Medizin an der Universität Zürich mit Schwerpunkt Medizintechnik. Dort verbindet sie Medizin mit genau den technischen und wissenschaftlichen Methoden, die sie interessieren. Während eines Aufenthalts an der Stanford University forschte sie an der Entwicklung von RNA-Biomarkern zur Früherkennung von Präeklampsie. Der Forschungsaufenthalt bestärkte sie in ihrem Entschluss, den Weg als Physician-Scientist einzuschlagen. Deshalb entschied sie sich für das MD-PhD-Programm mit dem Ziel, medizinische Forschung dort weiterzutreiben, wo sie Patientinnen und Patienten konkret zugutekommt.
Ihre Begeisterung für MINT-Fächer gibt Romane Bauer auch neben dem Studium weiter: Sie arbeitet als Tutorin in der Lehre und engagiert sich bei Programmen wie «Kangaroo Goes Science». Einen Ausgleich findet sie im Cellospielen, was sie viele Jahre im Kammerorchester und im Jugendsinfonieorchester Zürich ausgeübt hat. Das Werner Siemens-Stipendium gibt Romane Bauer den Freiraum, ihren Weg konsequent weiterzuverfolgen und sich weiterhin neben dem Studium zu engagieren.
Nach ihrer Masterarbeit im Herbstsemester 2026 wird Romane Bauer ein Austauschsemester am Karolinska Institutet in Stockholm absolvieren. Fasziniert von transnationaler Forschung strebt Romane Bauer eine Zukunft an, in der sie therapeutische Innovationen direkt zu den Menschen bringen kann, die sie benötigen.
Lino Hofstetter
Lenzburg (AG), Masterstudent in Informatik, ETH Zürich

Lino Hofstetter, Bild: Nicole Davidson, ETH
Lino Hofstetter wuchs in Lenzburg (AG) auf und besuchte die Alte Kantonsschule Aarau. Die Frage, wie sich die Welt mit Mathematik und Informatik beschreiben, verstehen und simulieren lässt, beschäftigt ihn seit seiner Maturaarbeit über mathematische Modelle zur Simulation von Vermögensentwicklungen. Diese Faszination führte ihn an die ETH Zürich, wo er 2024 sein Bachelorstudium in Informatik mit einer Arbeit über einen Algorithmus zur effizienten Erkennung ähnlicher DNA-Sequenzen für Anwendungen in Biologie und Medizin abschloss.
Während eines Austauschsemesters in Stockholm entdeckte Lino Hofstetter seine Begeisterung für Quantum Computing. Heute vertieft er dieses Interesse im Rahmen eines sechsmonatigen Forschungsaufenthalts an der University of Cambridge, der durch die bisherige Förderung des Werner Siemens-Stipendiums ermöglicht wurde. Dort untersucht er, wie sich maschinelles Lernen einsetzen lässt, um Algorithmen für Quantencomputer effizienter ausführbar zu machen. Um in diesem interdisziplinären Feld weiter in die Tiefe zu gehen, beschäftigt sich der 25-Jährige im Masterstudium in Informatik mit Hauptfach Machine Intelligence an der ETH Zürich zusätzlich mit Vorlesungen in Mathematik, Physik und Chemie.
In seiner kommenden Masterarbeit und später auch im Rahmen eines Doktorats möchte Lino Hofstetter an diese Forschung anknüpfen. Besonders interessiert ihn, wie maschinelles Lernen dazu beitragen kann, wissenschaftliche Probleme besser zu lösen – im Quantum Computing ebenso wie in anderen Bereichen, etwa in der Biologie oder der Chemie.
Samira Künzler
Olten (SO), Masterstudentin in Bioinformatics and Computational Biology, ETH Zürich

Samira Künzler, Bild: Valentin Bär
Samira Künzler absolvierte ihre Ausbildung als Laborantin der Fachrichtung Biologie bei F. Hoffmann-La Roche und studierte anschliessend Bioanalytik und Zellbiologie im Bachelor an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Dieses Studium schloss sie als Jahrgangsbeste ab. Währenddessen war sie als Tutorin und Nachhilfelehrerin tätig und arbeitete zudem im Zentrallabor Baden. Für ihre Bachelorarbeit, die sie in Buenos Aires verfasste, analysierte sie genomische Daten zur hormonellen Regulation von Endometriumkarzinomen, wofür sie eine Auszeichnung erhielt.
Heute studiert die 24-Jährige im zweiten Semester des Masterstudienganges Bioinformatics and Computational Biology an der ETH Zürich. Ihrer Freude an Wissenschaft und Austausch bleibt sie auch über das Studium hinaus treu: Im Herbst 2025 nahm sie als einzige Frau an einem Science Slam in Basel teil, einem Anlass, der wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum näherbringt. Zudem beteiligte sie sich an einem Hackathon, bei dem sie gemeinsam mit anderen an einem Open-Source Protein-Cofolding-Projekt arbeitete.
Das Werner Siemens-Stipendium ermöglicht es Samira Künzler, nun vertieft in die Computational Biology einzutauchen. So kann sie ihre Neugier für biologische Fragestellungen mit ihrer Erfahrung aus dem Biologielabor und neuen datengetriebenen Methoden verbinden. Sie möchte die Forschung voranbringen, sei es in der akademischen Welt oder in der Industrie.
Über die Schweizerische Studienstiftung
Die Schweizerische Studienstiftung fördert interessierte, engagierte und leistungsstarke Studierende. Politisch neutral und unabhängig setzt sie sich dafür ein, dass junge Menschen die besten Voraussetzungen erhalten, ihren Wissensdurst zu stillen, neue Ideen zu entwickeln und ihren Platz in der Gesellschaft auszufüllen. Die ins Förderprogramm aufgenommenen Studierenden erhalten Zugang zu interdisziplinären Bildungsangeboten, individueller Beratung, finanzieller Unterstützung sowie vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten.
Medienkontakt
Marco Büsch, Schweizerische Studienstiftung
E-Mail: marco.buesch@studienstiftung.ch
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