Gesundheit interdisziplinär: Perspektiven der Health Humanities
Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit – wie die WHO bereits anlässlich ihrer Gründung 1946 feststellte. Sie ist ein kulturelles, soziales und historisches Phänomen, das in verschiedenen Epochen und Gesellschaften ganz unterschiedlich verstanden wurde. Deshalb kann nicht allein die Medizin zuständig sein – es braucht das Zusammenwirken vieler Disziplinen. Spätestens die Pandemie, aber auch Klimakrise, globale politische Eskalationen und die enge Verschränkung von Health, Lifestyle und Selbstoptimierung machen deutlich: Gesundheit ist keine feststehende Größe, sondern das Ergebnis komplexer, dynamischer Prozesse und Interventionen.
In der Sommerakademie erkunden wir Gesundheit im Spannungsfeld von Lebens-, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie künstlerischen und aktivistischen Praktiken. Wir diskutieren, wie das interdisziplinäre Feld der Health Humanities dazu beitragen kann, Gesundheit in ihrer Vielgestaltigkeit, Relationalität, politischen Situiertheit und kulturellen Bedingtheit besser zu verstehen – und gerechter zu gestalten.
Das Programm umfasst Impulse von Expert:innen aus verschiedenen Bereichen, eigene Kurzvorträge der Teilnehmenden, Gruppenarbeiten zu verschiedenen Fragestellungen, die Möglichkeit, eigene Themen einzubringen, sowie die gemeinsame Erprobung methodischer Zugänge. Ziel ist es, Gesundheit als interdisziplinäres Forschungs- und Handlungsfeld zu schärfen – und zugleich über die Rolle der eigenen Fachrichtungen in diesem Austausch zu reflektieren.
Arbeitssprachen: Deutsch und Englisch (Beiträge der Teilnehmenden sind auch in der jeweils eigenen Sprache möglich).
Leitung:
Prof. Dr. Sophie Witt, Universität Hamburg, Professorin für Literaturwissenschaft, insb. Wissenskulturen und Interdisziplinarität, Leitung des Studienbereichs «Körper, Gesundheit, Gesellschaft» innerhalb des Studiengangs Liberal Arts & Sciences an der Universität Hamburg
Prof. Dr. med. Cornelius Borck, Professor für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und Naturwissenschaften und Direktor des Instituts für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, Universität zu Lübeck
Gastreferierende:
- Prof. Dr. Nina Mackert, Professorin für Globalgeschichte, Universität Hamburg
- Prof. Dr. Janina Kehr, Professorin für Medizinanthropologie und Global Health
- Jelena Martinovic, Leiterin des Instituts Bildende Kunst, EDHEA École de design et haute école d’art HES-SO Valais-Wallis, Projektleiterin „Listening to X-Rays: medical heritage, migration and architecture in Valais in the 20th and 21st centuries“
Koordination: Serina Heinen (Schweizerische Studienstiftung)
Administration: Michelle Hug (Schweizerische Studienstiftung)
Reader: Ein Reader mit grundlegenden Texten zu Konzepten von Gesundheit und den Health Humanities (max. 200 Seiten, elektronisch) wird vorab zur Verfügung gestellt.
Zielgruppe: Interessierte Studierende aller Fachrichtungen (BA bis Doktorat), die sich mit Fragen von Gesundheit, Körper, Gesellschaft im interdisziplinären Austausch auseinandersetzen möchten.
Anmeldeschluss: Mittwoch, 1. April 2026
