Abstract: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine dient angeblich einer „Entnazifizierung“ der Ukraine. Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und angebliche heutige Kontinuitäten werden also zur Rechtfertigung von Krieg verfälscht. Auch die Jugoslawienkriege der 1990er Jahre waren u.a. Kriege um eine unaufgearbeitete Vergangenheit, vor allem des Bürgerkriegs im Zweiten Weltkrieg und der geschichtspolitischen Tabus in Titos sozialistischem Jugoslawien. In Polen und Ungarn diktierten bis vor kurzem die Parteien PiS und Fidesz ihre Geschichtsmythen per Gesetz bzw. in der Verfassung. Aber auch in Österreich verläuft die Auseinandersetzung mit der österreichischen Mitverantwortung für den Nationalsozialismus seit der Verabschiedung des Mythos von Österreich als erstem Opfer des NS in den späten 1980er Jahren keinesfalls linear, wie u.a. die mehrfache Regierungsbeteiligung der FPÖ gezeigt hat. Der Vortrag zeigt, dass in vielen Ländern dabei ausgerechnet der Bezug auf den Holocaust für Geschichtsrevisionismus und sogar Antisemitismus dient.
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Die Österreichische Studienstiftung freut sich auf zahlreiche Teilnehmer:innen.
