Alle zwei Jahre lädt Venedig zur Kunstbiennale – die diesjährige 61. Ausgabe wurde von der 2025 überraschend verstorbenen kamerunisch-schweizerische Ausstellungsmacherin Koyo Kouoh kuratiert und steht unter dem Motto «In Minor Keys». Es stehen dabei Künstler:innen im Zentrum, welche den vielfältigen Versehrtheiten dieser Welt mit Versöhnung begegnen. Damit führt sie die Entdeckungsreisen der letzten beiden Biennalen in Kunstwelten, die im etablierten Kunstbetrieb weitgehend unbekannt sind, fort. Wir nehmen dies zum Anlass, die internationale Ausstellung und Venedig gemeinsam zu besuchen.
In Führungen und in spezifisch konzipierten Workshops setzen wir uns mit der Hauptausstellung und den Länderpavillons auseinander. Dass die Geopolitik vor den Toren der Giardini nicht halt machen, zeigt sich eindrucksvoll am erstmals seit sechs Jahren wieder geöffneten russischen Pavillon und den damit verbundenen Gegenreaktionen. Prof. Matteo Bertelé der Ca‘ Foscari ist Experte für osteuropäischen und russischen Kunst und wird uns diese hitzige Debatte über das Verhältnis von Kunst und Politik in einen historischen Kontext stellen. Im Austausch mit den Verantwortlichen von Pro Helvetia, erhalten wir eine Einführung in die Geschichte und einen einmaligen Einblick in den Auswahlprozess und die Konzeption des Schweizer Pavillons.
Die Kunstbiennale umfasst aber auch die vielen sogenannten «Colaterali», die überall in Venedig stattfinden und im weiteren Sinne die Sonderausstellungen in den Kunsthäusern der Lagunenstadt. Geplant sind Besuche der von Hans Ulrich Obrist und Ben Vickers kuratierten Klangwelt «The Ear is the Eye of the Soul» im Giardino Mistico (Pavillon des Heiligen Stuhls) sowie der Ausstellung «Helter Skelter» in der Fondazione Prada, welche die Werke der beiden US-amerikanischen Künstler Arthur Jafa und Richard Prince einander gegenüberstellt. Ein Besuch der von Carlo Scarpa entworfenen Aula Baratto oder des Negozzio Olivettis wirft einen anderen architektonischen Blick auf Venedig.
Schliesslich befassen wir uns gemeinsam mit dem politischen Aktivisten Tommaso Cacciari kritisch mit den Auswirkungen des (Kunst-)Tourismus auf Venedig und lernen dessen kollaborative Plattform Rebiennale kennen, die in Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Architekt:innen und unter der Verwendung rezyklierter Materialien zu einer nachhaltigeren Gestaltung der Biennalen beiträgt.
Gemeinsame Anreise: Ab Zürich HB: 08:33 Uhr à An Venezia S. Lucia: 14:42 Uhr (geplant)
Gemeinsame Rückreise: Ab Venezia S. Lucia: 15:18 Uhr à An Zürich HB: 21:27 Uhr (geplant)
Leitung:
Dr. Silvan Moser, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Dozierende:
- Stefanie Manthey
- Prof. Dr. Matteo Bertelé (Ca’ Foscari Universität Venedig)
- Sandi Paucic (Pro Helvetia) (tbc)
- Tommaso Cacciari (Rebiennale)
- weitere tbc
Administration: Michelle Hug, Administration
Anzahl TN: max. 20
Reader: Allfällige Lektüre zur Vorbereitung wird vorgängig verschickt.
Zielpublikum: Studierende aller Fachrichtungen
Besondere Hinweise:
- Für diese Veranstaltung fällt eine Eigenbeteiligung von 150 CHF an. Die Rechnungsstellung erfolgt nach der Teilnahmebestätigung.
- Am Donnerstagabend wird bewusst kein Abendessen für die gesamte Gruppe organisiert. Die Kosten hierfür werden von den Teilnehmenden getragen.
- Es wird eine gemeinsame Anreise am Mittwoch bzw. Rückreise am Samstag von der Geschäftsstelle organisiert
