Das politische System der Schweiz ist auf Machtteilung und Mitsprache ausgerichtet. Doch wie bewährt sich dieses System in Krisenzeiten, in denen nicht langes Verhandeln und Konsultieren, sondern rasches Entscheiden und klare Verantwortlichkeiten gefragt sind?
In dieser zweitägigen Veranstaltung befassen sich die Teilnehmenden mit der Funktionsweise der Schweizer Demokratie in Normal- und Krisenzeiten. Am ersten Tag stehen die institutionellen und verfassungsrechtlichen Grundlagen im Zentrum: Wie sind Legislative und Exekutive aufgebaut, wie funktioniert ihr Zusammenspiel und welche Rolle spielen Gewaltenteilung, Kollegialitätsprinzip und Föderalismus? Theoretische Inputs, ein Besuch im Bundeshaus und der Austausch mit einem Parlamentsmitglied und den engsten Mitarbeiterinnen einer Bundesrätin bieten Gelegenheit, politische Prozesse aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.
Der zweite Tag widmet sich dem Regieren in Krisenzeiten. Insbesondere anhand der COVID-Pandemie wird untersucht, wie sich politische Entscheidungsprozesse unter Zeitdruck und Unsicherheit verändern. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Bundesrat und Parlament? Welche Rolle spielt das Notrecht? Und wo liegen die Grenzen demokratischer Mitsprache? In einer Podiumsdiskussion mit Alt-Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Staatsrechtsprofessor Andreas Kley diskutieren die Teilnehmenden, wie krisenfest die Institutionen der Schweizer Demokratie sind und wie sich demokratische Legitimität und politische Handlungsfähigkeit in Krisenzeiten vereinbaren lassen.
Referierende:
- Simonetta Sommaruga, Alt-Bundesrätin (SP, 2010-2022)
- Prof. em. Dr. Bernhard Ehrenzeller, Staatsrechtler, ehem. Richter am Staatsgerichtshof Liechtenstein sowie ehem. Rektor der Universität St.Gallen
- Barbara Schaffner, Nationalrätin (GLP, ZH) und Physikerin
- Dr. iur. Christian Rathgeb, Rechtsanwalt und Lehrbeauftragter für Staatsrecht (UZH) sowie ehemaliger Regierungsrat des Kantons GR (FDP, 2012-2022)
- Prof. em. Dr. Andreas Kley, Staatsrechtsprofessor, Verfassungshistoriker und Rechtsphilosoph (UZH)
- Barbara Hübscher, Generalsekretärin Eidgenössisches Finanzdepartement (EFD)
- Heidi Gmür, Persönliche Mitarbeiterin von Bundesrätin Karin Keller-Sutter
Leitung: Nils Winistörfer, Carlotta Grajer und Florian Büttiker (alle Geförderte der Schweizerischen Studienstiftung)
Administration: Nathalie Ellington, Schweizerische Studienstiftung
Zielgruppe: Geförderte der Schweizerischen Studienstiftung (max. 20 Teilnehmende)
Anmeldeschluss: Sonntag, 11. Oktober 2026
